Andrea Reinhardt

Andrea Reinhardt hatte nie vor ein Buch zu schreiben und dennoch haben sich ihre Ideen in nun mehr vier Bücher gewandelt. Doch damit ist noch lange nicht Schluss – zum Glück!Andrea ist eine aufgeschlossene und äußerst empathische Frau, die dafür sorgt,dass ihre Ermittler mit allen Mitteln für Gerechtigkeit kämpfen. Egal um welches Verbrechen es sich hierbei handelt. Denn sie findet es gibt kein größeres Übel als anderen Menschen unrecht zu tun. Genau das spüren ihre Antagonisten.“Wenn ich eine Story zu Ende erzählt habe, ist es, als komme ich von einer langen Reise nach Hause, während der ich in verschiedene Rollen geschlüpft bin.Ich habe die Charaktere gespielt, war Opfer, Täter, Zuschauer und Held zugleich.“

Frage: Mittlerweile hast du die Natalie-Bennett-Reihe und ‘Gläserne Hölle’ veröffentlicht. Mit welchem deiner Bücher verbindest du das meiste?

Antwort: Mit „Gläserne Hölle“. Erstens spielt es in Koblenz, wo ich lange gewohnt habe (auch jetzt noch in der Nähe) und es ist auch einiges Privates mit eingeflossen. Gedanken, die wirklich in meinem Kopf kreisen.

Frage: Apropos Gedanken, die in deinem Kopf kreisen: Was kommt zuerst: Geschichte, Titel, Vorbild für die Charaktere?

Antwort: Bei mir kommt eine Idee, die ich dann erst einmal etwas ausreifen lasse. Sprich, ich lege einige Kapitel fest, finde einen roten Faden und ein grobes Ende. Über die Charaktere mache ich mir dann Gedanken, und bastel die mir spontan zusammen. Auch die Namen kommen dann eher spontan. Der Titel kommt erst zum Schluss. Der ist für mich sehr schwer zu finden. Genau wie der Klappentext.Beim Titel muss ich schauen, dass es den nicht schon gibt, dass er aussagekräftig ist und neugierig macht. Das finde ich mit am schwierigsten.

Frage: Und wie entstehen deine Figuren?

Antwort: Wie gesagt, spontan. Ich überlege mir, was ich gern für Hauptfiguren in der Story haben möchte, verpasse ihnen einen Namen und ein Aussehen. Und während dem Schreiben entwickelt sich dann ihr Charakter. Ich mag persönlich Ermittlerteams á la Criminal minds. Die Serie habe ich mir zum Beispiel als Vorbild der Natalie Bennett- Reihe genommen.

Frage: Bei deinen Büchern hat sich sicher jeder Leser schon gefragt, woher du als Thriller-Autor deine Ideen nimmst.

Antwort: Sie kommen meist spontan. Ich sehe etwas, oder höre einen Satz. Sie entstehen während eines Gespräches, manchmal ist es auch ein Traum. Das ist ganz unterschiedlich und überall, wo ich bin, passiert es. Warum so „kranke“ Fantasien? Das weiß ich auch nicht ;-D Ich mag den Nervenkitzel, liebe Thriller zu lesen, auch wenn sie mich oft sprachlos machen. Natürlich greife ich aber auch Themen auf, die mir in meinem Beruf als Kinderkrankenschwester bereits häufiger begegnet sind.

Frage: Was würden wir erfahren, wenn wir deinen Google-Suchverlauf öffnen würden? Wie sieht dieser aus?

Antwort: In meinem Suchverlauf findet man, woran man genau stirbt, wenn man mit einem Messer erstochen wird, wie Leichen nach einem bestimmten Zeitraum aussehen, wie es riecht, über Bauchschusswunden. Man sieht Orte, die ich über Google Earth besucht habe. Und Verwandtschaftsgrade.

Frage: Bei einem Thriller gibt es viele Fakten, die geprüft werden müssen, kennst du einen Gerichtsmediziner und jemanden bei der Polizei, der dir da weiterhilft?

Antwort: Ich habe einen Kontakt bei der Kripo, der mir bei den Ermittlerarbeiten hilft. In Punkto Leichen arbeite ich mit einem Bestatter zusammen, der auch zu Tatorteinsätzen gerufen wird. Mit einem Gerichtsmediziner habe ich noch nicht gearbeitet, weil ich es noch nicht brauchte. Würde aber jemanden kontaktieren, wenn es nötig ist. Ich habe auch einen Kriminaltechniker, dem ich Fragen gestellt habe. Medizinisch gesehen sitze ich beruflich an der Quelle. Ich versuche also schon Kontakte zu knüpfen, die mir weiterhelfen. Außerdem arbeitet mein Mann in der Justiz, der mir auch viel helfen kann.

Frage: Gibt es ein Genre in dem du dich ebenfalls gerne mal versuchen würdest?

Antwort: Nein, derzeit ist da nichts in meinem Sinn. Das einzige, was ich evtl. mal machen würde, ist ein Sachbuch über die pädiatrische Intensivpflege zu schreiben. Da ist aber noch nichts spruchreif.

Frage: Unterstützt dich deine Familie beim „Autorin sein“/„Selfpublisher sein“?

Antwort: Oh ja, auch wenn es am Anfang keiner so recht ernst genommen hatte, aber sie unterstützen mich alle. Mein Mann und Sohn geben mir viel Zeit, um mich im Kämmerlein zum Schreiben zurückziehen zu können. Sie unterstützen mich alle im Werbung machen. Die Kollegen meines Mannes zum Beispiel sind mittlerweile eine große Leserschaft geworden. ?

Frage: Du bist natürlich nicht nur Autorin sondern auch Leserin. Wer ist deine Lieblingsautorin/ -autor (all-Time-Favorit-Book)?

Antwort: Uih, das ist schwer zu beantworten. Ich lese unglaublich viele gute Bücher. Von den großen Autoren liebe ich Charlotte Link und Karin Slaughter. Welchen Thriller ich mir auch immer kaufen werde, ist von Claudia Giesdorf, die in meinen Augen mit am allerbesten mit meinen Emotionen spielen kann. „Seelenschnitte“ hat mich wirklich beeindruckt, nachhaltig.

Frage: Du hast das Glück, vom Schreiben leben zu können. Was hast du davor gemacht?

Antwort: Ich arbeite noch bis November auf einer Kinderintensivstation als Fachkinderkrankenschwester. Vor dem Schreiben war ich also einfach Mutter eines wundervollen Sohnes, Kinderkrankenschwester, Ehefrau, Hausfrau, Hundemama und Leserin.

Frage: Wolltest du denn schon immer Autorin sein?

Antwort: Nein, ich hatte sowas tatsächlich nie im Sinn. Es war eine komplett spontane bzw. vielleicht auch irre Idee. Ich hatte überhaupt keine Ahnung, wie man ein Buch schreibt und völlig falsche Ansichten. Die Idee kam während eines Horrorfilmes. Die Hauptdarstellerin war Autorin und sagte: „Wenn ich nicht bald veröffentliche, haben wir kein Geld mehr.“ Und in diesem Moment dachte ich: Ich kann ja auch ein Buch schreiben. Das habe ich unter Zeugen laut ausgesprochen, wurde nur müde belächelt und habe am nächsten Tag angefangen. So leicht, wie ich es mir vorgestellt hatte, war es dann nicht. Doch ich habe Ehrgeiz entwickelt und das ganze durchgezogen. Heute zeigt sich, mit Erfolg und so wurde ich ausversehen Autorin und habe ganz spontan meine Berufung gefunden ?

Frage: Das habe ich auch noch nie gehört! Nachdem du nun ausversehen Autorin bist, gibt es noch etwas, was du dir wünscht?

Antwort: Ein Wunsch ist schon in Erfüllung gegangen. Und zwar, dass ich vom Schreiben leben kann. Eigentlich ist das schon ein großer Wunsch und damit bin ich total glücklich und zufrieden. Vielleicht wäre einmal ein Platz in der Top Ten drin. Aber das ist nicht etwas, was ich krampfhaft versuche zu erreichen. Ich gebe mir Mühe, bin sehr dankbar über jeden einzelnen gewonnenen Leser und freue mich auf alles, was noch kommt.

Frage: Wenn du die Wahl hättest: nie wieder schreiben oder nie wieder lesen?

Antwort: Fiese Frage! Ein guter Autor muss viel lesen. Aber ich könnte wahrscheinlich nicht auf das Schreiben verzichten. Schließlich verdiene ich damit die Brötchen ?

Frage: Dein Leben ist sicher gerade turbulent auf dem Weg zur Vollzeit-Autorin. Was ist denn das Seltsamste, das dir jemals passiert ist?

Antwort: Die Geburt meines Sohnes. Eine 800g Frühgeburt. Was daran eigenartig war? Ich musste zum ersten Mal in meinem Leben für etwas sehr hart kämpfen. So ein Schmerz habe ich zuvor noch nie empfunden, aber ebenso auch so viel Kampfgeist hatte ich zuvor noch nie aufbringen können. Ich würde sogar sagen, dass dieser Kampf ums Leben meines Kindes das erste Erlebnis war, bei dem ich nicht aufgegeben habe. Und das hat sich bezahlbar gemacht. Seitdem gebe ich weniger auf, nur leider klappt das nicht beim Süßigkeiten essen 😀

Frage: Ich glaube bei der Schwäche ‘Süßigkeiten`fühlen wir alle mit dir… Was würdest du im Gegensatz dazu als deine größte Stärke einschätzen ?

Antwort: Meine soziale Empathie. Ich finde nichts schlimmer, wenn sich Menschen gegenseitig wehtun oder beleidigen. Ich gehe immer ohne Vorurteile auf Menschen zu, und erst wenn ich ein Bild habe, mein eigenes, entscheide ich, ob ich den Menschen an mich heranlasse. Jedoch behandle ich alle mit Respekt und Höflichkeit, Eigenschaften, die mir immer weniger begegnen.

Frage: Wenn du für einen Tag ein Mann sein könntest, was würdest du tun?

Antwort: Beim besten Willen, keine Ahnung. Wahrscheinlich nichts anderes als jetzt auch.

Veröffentlicht von Books_of_Namine

Hallo ihr Lieben und willkommen auf meinem Blog 😊! Hier möchte ich mich mit euch über Bücher austauschen sowie hin und wieder auch was eigenes veröffentlichen. Gerne könnt ihr mir auch Nachrichten schicken und mir eure Meinung zu dem ganzen Geschreibsel mitteilen. Alle Einträge behandeln Werbung, weil sie selbstgekaufte Bücher zeigen. Sollte ich ein Rezensionsexemplar zeigen, wird dies natürlich angegeben 😉. Nach und nach verändert sich die Seite noch etwas... so! Genug gefaselt - viel Spaß beim durchblättern 😘

Kommentar hinterlassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Erstelle deine Website mit WordPress.com
Jetzt starten
<span>%d</span> Bloggern gefällt das: